Küche :: Auf den Hund gekommen
Aus akutellem Anlass geht es heute chinesisch zu. Das Jahr des Hundes ist mit grossem Tamtam in China eingegongt worden. Es verspricht besser zu werden als das letzte. Vor allem für die Haushaltskasse soll das kommende Jahr weitaus vielversprechender werden. - Darauf bin ich natürlich gespannt.Einige wenige chinesische Tischsitten stehen sicher allen gut zu Gesicht. Fangen wir gleich mit dem Esswerkzeugen an: Den Stäbchen.
Die chinesischen Stäbchen sind im Durchschnitt rund und heissen Kuaizi. Die japanischen Pendents werden dort Hashi genannt und sind viereckig. - Also den chinesischen Gästen bloss keine viereckigen vorsetzen.

Es gibt sogar geschlechtsspezifische Unterschiede. Die Stäbchen für Frauen sind kürzer. Hat sicher einen tiefergehenden Grund?
Die chinesische Gastfreundschaft kennt im Unterschied zu Japan das ausgewachsene Festessen. Bis zu 10 Personen nehmen an einem gemeinsamen, ausgedehnten Mal teil. Deshalb umfasst ein chinesisches Besteck 10 Paar bzw. ein Gedeck 10 Teile. Japaner mögen es offensichtlich intimer. Fünf Paar Stäbchen und eine gleiche Anzahl Gedecke gehören an den Tisch. Für mehr als fünf Personen - so befinden die Japaner - langt die Aufmerksamkeit der Gastgeber nicht. - Ist vielleicht was dran.
Hier noch ein paar Tischregeln, die beachtet werden sollten.
Als eine der ungastlichsten Gesten gilt, das Essen mit den Stäbchen zu durchbohren. Will man also dem Gastgeber bezüglich des vorgesetzten Mahles so richtig Saures geben - spiesse man die Fleischstücke genüsslich auf die Stäbchen und halte sie gut sichtbar einen Augenblick in die Höhe.
Niemals sollte der weisse Reis in der Schüssel mit Sojasauce übergossen werden. Der weisse Reis ist ein Symbol der Reinheit und es fährt den chinesischen Gastgebern extrem schräg ein, wenn selbiger durch die braune Souce beschmuzt wird.
Beim Essen in einer Gruppe - in China eher die Regel - beendet man das Essen möglichst nicht als Erster. Das könnte dem Gastgeber signalisieren, dass das Essen nicht besonders mundete.
Das Nachfüllen von Gläsern geschieht bei Tisch durch alle Anwesenden gegenseitig. Dabei füllt man nicht das eigene Glas, sondern das des Tischnachbarn. Der revanchiert sich und so bleiben alle Gläser immer gefüllt. Ein Glas, das unangetastet und voll stehenbleibt, signalisiert, dass dessen Besitzer des Trinkens müde ist.
Falls das Nachfüllen des Glases von einem gesellschaftlich höher Gestellten vorgenommen wird, ist das Glas unverzüglich und in einem Zuge zu leeren.
Und da haben wir schon das erste Problem. Wann höre ich in dem Fall bloss mit dem Trinken auf, wenn der Vorgesetzte immer nachschenkt. Wenn ich es stehenlasse, bin ich unhöflich, wenn ich es jedesmal pronto austrinke, bin ich innert kürzester Zeit nicht mehr tischsittenfest.
Würde mich interessieren, wie die Chinesen sich aus solch einer Bredouille herausmanövrieren, ohne gegen die feinen Sitten zu verstossen. Sei es drum, wir werden sehr wahrscheinlich nicht sehr häufig in diese Not geraten. Aber gut zu wissen ist es schon.
Ich wünsche allen meinen LeserInnen einen tollen Start in die Woche.
Bis morgen, Beverly.
mehr Tipps zu chinesischen Sitten und Speisen gibt es hier.
der Link zum eingefärbten Hund.
Das übliche Flickr-Bild ist von Robert Kennington und zeigt Stäbchen für Kinder, Frauen und Männer.








1 Kommentare:
nö. nö. nicht diese verwicklungen: hunde und chinesische ess-sitten. also wirklich. das hätte mich nie interessiert, aber jetzt, wo ich SKY habe...das geht einfach nicht
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