Haushalt :: Dreizehn bittet man nicht zu Tisch
Dass es keine 13. Reihe in Flugzeugen gibt, wissen die meisten. Dass auch in Hotels oder Krankenhäuser mit Zimmernummer 13 nicht werden können, sicher auch. Die 13. Etage sucht man in 80% der Hochhäuser vergeblich. Wie sieht das aber in privaten Haushalten mit der angeblichen Unglückszahl aus? Ich habe mich etwas umgesehen und interessante Entdeckungen machen können. Zunächst: Warum ist das mit der 13 eigentlich so verquehr? Feststellen sollte man, dass die 13 relativ ausschliesslich die christliche Kultur in Angst versetzt. Kombiniert mit einem Freitag, geraten die Gläubigen sozusagen ins Tollhaus. Das hat sich über Jahrhunderte gehalten. An einem Freitag haben Adam und Eva gesündigt, ebenfalls kurz vor dem Wochenende wurde Jesus ans Kreuz geschlagen. Kurz zuvor hatte er mit 13 seiner Mitmenschen zusammengesessen. Entgegen der glückverheissenden Zahl 12 (12 Stämme Israels, 12 Propheten, 12 Apostel, 12 Monate, 12 Sternzeichen, 12 Tag- und Nachstunden etc.; selbst die Griechen und Römer bemassen ihre Götter auf jeweils 12 ) gab es an dieser Tafel 13 Anwesende. Einer zuviel. Mit Judas wurde aus dem vielversprechenden Nachtessen das Abendmal mit seiner düsteren Prophezeiung. Ähnliches Ungemach passierte auch im Götterhimmel der Germanen, Walhalla. Nachdem Baldur erschlagen ward, wurde aus dem ursprünglich für 14 Gäste angesetzten Festessen eines, bei dem der Mörder zum unliebsamen 13. Mitesser wurde."Jetzt schlägt's aber 13!" - ist noch heute eine Redewendung für jeden Moment hereinbrechendes Ungemach oder Unheil.
Lange Zeit aber waren die beiden Ängste getrennt. Eine für den Freitag - so ganz allgemein. Und eine Angst für die Zahl 13. Beide zusammen und wie potentiert - scheint eine Erfindung der Amerikaner zu sein. Zumindest kommt die Kombination wohl erst seit Mitte des letzten Jahrhundert schwer zum Einsatz. (Wir kennen ja das Phänomen, bestimmte Anlässe aus Übersee zu übernehmen nur zu gut, sh. Muttertag, Valentinstag und neuerdings auch Halloween.)
Zurück zu Tisch. Auch hierhin reicht der Arm des Aberglaubens. Dass es nicht schicklich ist, 13 Leute an einen Tisch setzen zu wollen, lernen wir schon als Kinder in dem Märchen über das 'Dornröschen nachlesen. Es waren 13 gute Feen, die zum Essen geladen werden sollen. Doch nur 12 Plätze waren frei. Die Übriggebliebene wurde prompt sauer und verwandelt sich eine eine bösen Fee.In Frankreich ist man ob einer Gästeliste von 13 besorgt genug, um einfach noch einen Gast drauf zu packen. Für gewöhnlich wurde ein bezahlter (sic!) Essensgast hinzugeladen. Damit waren es dann 14 und alle beruhigt.
Eine hübsche andere Sitte hat sich das Savoy Hotel in London vorbehalten. Dort sitzt einfach Kaspar, the wooden cat mit am Tisch, sollte eine Gesellschaft nur aus 13 Gästen bestehen. Geschnitzt hat das noch heute gebräuchliche Tischutensil bereits 1926 ein Basil Ionides.
Paraskavedekatriaphobia bezeichnet die Angst vor einem Freitag mit der Datumsanzeige 13. Man sollte meinen, wer dieses Wort ohne Stammeln dreimal hintereindander sprechen kann, hat mich an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seine Angst vergessen. Wissenschaftler schätzen die Zahl der unter Paraskavedekatriaphobia Leidenden auf ca. 10%. Wer die Zahl 13 für unheilvoll und Unglück bringend betrachtet, darf sich der Gruppe derer zählen, die an Triskaidekaphobie leiden.
Nun denn. Möge sich bei allen die Lebensqualität kaum verschlechtern, denen Freitage, die Dreizehn oder beides nicht geheuer ist. Bis morgen, Beverly.
Quellen für heute: Wissen macht Ah!; Schotts Sammelsurium (ISBN 3-8270-0607-4); Sonntagszeitung.ch und Wikipedia.








2 Kommentare:
hm.. soso
und ich wurde am 13. gebohren. Und hatte schon zwei mal am Freitag, 13. Purzelwunderjubeltag.. und stellt euch mal vor: nächstes jahr hab ich schon wieder am 13. April, am Freitag, Purzelwunderjubeltag.. (glaub)
Holla Sandra-Lia, da gehörst du vielleicht zu den wenigen Leuten mit dem Symptom "Triskaidepurzeljubelia". Das betrifft all jene, die sich über Normallevel auf einen dreizehnten Freitag freuen. ;)))
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