30 März, 2006

Küche :: Ghee und die Kunst von Haltbarkeit

Ghee - wird kaum jemand wissen, was das ist. Ausser vielleicht Leute, die viel, oft oder einmal ganz lange nach Indien reisten. Ghee (sprich Gii) ist ein tradiontelles Kochfett in der indischen Küche. Ist mir bisher noch in keinem indischen Restaurant begegnet. Aber ich war ja bisher auch nur hier in Europa indisch essen.
Es wird gemacht aus Butter. Während des Erhitzens immer schön rühren - sehr lange, das. So lange bis fast alles Wasser verdampft ist. Der Rest ist nun eine - so heisst es - sehr intensiv schmeckende Flüssigkeit. Ghee.
Nach dem Abkühlen wird sie gesiebt, in der Hoffnung auf diese Weise die letzten Rest von Ablagerung zu entfernen.
Büffel-Ghee ist cremefarben, das von gemeiner Kuh (aber das darf man in Indien gar nicht sagen) dagegen nimmt eine goldgelbe Farbe an.
Es soll eine kräftigende und heilende Wirkung haben. Vor allem der Verstand soll von dem regelmässigen Verkehr dieses Speisefettes enorm profitieren. Nach Buddha gehört Ghee zu den Nahrungsmittel mit Seelenqualitäten.

Warum ich das eigentlich erzähle? - Mich hat die Haltbarkeit von dieser Kalorienbombe denn doch zum Augen-Aufreissen-Mund-ungläubig-Auflassen bewogen:

Ghee, das zwischen 10 und 100 Jahres gelagert wird, nennt man kumbhaghrta. Ghee, das über 100 Jahre gelagert wird, dann entsprechend mahaghrta.

Da brat mir doch einer 'nen Elch!. 10 Jahre hören sich ja schon verdammt nach ist-das-auch-noch-gut an. Aber 100 Jahre Butter in den Schrank stellen? Da können wir unsere kultivierten Haltbarkeitstechniken einfach mal vergessen. Einmachtöpfchen, Gurkenfässchen, Marmeladeneinweckgläser und dergleichen - von Penizilin in Joghurt ganz zu schweigen. All die schönen Sachen von Mutti - werden in Zukunft von mir verschämt in die gekühlte Vorratskammer zurückgestellt.

Ghee kann man z. b. hier in der Schweiz kaufen. In Deutschland bekommt man das - scheints - wieder etwas günstiger, z. b. hier. Wie lange die Butter hält, wenn sie hier verkauft wird, weiss ich allerdings nicht.

Man kann es wohl auch recht gut selber machen. Einen Link dafür habe ich bei Enveda.de gefunden.
Die vielversprechende Küche oben ist von fotoCommunity.

Bis morgen wieder, Beverly.



technorati tags:    Ghee    indische Küche    Kochen

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