10 April, 2006

Küche :: Powerknolle Ingwer

Anlässlich des Aprilwetters mit all seinen Begleiterscheinungen komme ich nochmal auf ein eigentlich typisches Winterthema zurück. Kalte Füsse, verschnupfte Gliedmassen oder richtig ordinäre Erkältungen machen die süsse Vorfreude auf Frühlingsgefühle oder gar sommerliche Erwartungen brutal zu nichte. Stattdessen verstellen uns Berge von Papiertaschentüchern oder Bettdeckenzipfel die Aussicht auf fröhliche Tage.
Ingwer soll heute mein Stichwort sein. Ein schmackhafte Powerknolle, die in anderen Breitengraden auch noch das Auge erfreut.
Bei uns ist sie eher als schärfendes Gewürz für kulinarische Erlebnisse bekannt, in der Hauptsache als unerlässliche Zutat zu japanischen Rohfischgaumenfreuden. Ich geniesse Ingwer zudem als Schokoladenfüllung. Lecker - die Kombination aus Bitterschokoloade und Ingwer kann kaum getoppt werden, wenn man diesen schwer zu beschreibenden Ingwergeschmack mag - irgendwie so seltsam zwischen Holz und Zitrone.

Ingwer hat eine wärmende Wirkung und ist deshalb so gut geeignet, Verkrampfungen im Magen- und Darmtrakt zu lösen. Das ist einer der Gründe, warum er so häufig in der asiatischen Küche zum Einsatz kommt. In China hat die Knolle einen festen Platz in der Heilkunde. Dort kommt er ebenfalls erfolgreich gegen Migräne zum Einsatz.

Das sie auch ein exzellentes Hausmittel gegen alles ist, wo man Erkältung drauf schreiben könnte, ist schon weniger bekannt. Vorzüglich und prophilaktisch lässt sich Ingwer als Tee geniessen. Einfach pro Tasse ein paar Scheiben frisch von der Wurzel abschneiden und kochendes Wasser drauf. Nach ca. 15 Minuten steht ein würziges Heissgetränk zur Verfügung. Ich persönliche süsse mit etwas Honig nach.
Gleichfalls sehr angenehm ist ein Ingwerbad, wenn man draussen von Kälte und Nässe überrascht wurde. Neben dem heissen Wasser erhöht Ingwer das Wohlgefühl spürbar. Und gleich anschliessend eine heisse Ingwermilch trinken - um einer möglichen Erkältung vorzubeugen. Dazu wird ein viertel Liter heiße Milch mit etwas Ingwerpaste und etwas Honig versetzt. Das ganze sollte dann so heiß wie möglich getrunken werden.

Sehr interessant ist die extreme Wirksamkeit von Ingwer bei Übelkeit, vornehmlich bei sogenannter Reisekrankheit. Wer zu den Unglücklichen zählt, denen Auto- oder Schiffsreisen so richtig auf den Magen schlagen - sollte sich künftig mit Ingwerstäbchen auf die Reise machen. Schon nach wenigen Minuten vergeht die Übelkeit.
Gleiche durchschlagende Wirkung hat diese Knolle, wenn sie während und nach dem übermässigen Genusse geistiger Getränke konsumiert wird. Die fast unausweichlichen Nachwirkungen - im Volksmund gern als Kater umschrieben - bleiben mit hoher Wahrscheinlichkeit aus (bis zu einer gewissen Promillegrenze, versteht sich - alles darüber hinaus ist eh mit nichts mehr zu bekämpfen).

Das Ingwer auf angenehme Weise Kochgerüche neutralisiert, hatte ich hier ja bereits erwähnt.

So - der wechselhafte April kann uns auf diese schon gar nichts mehr anhaben. Bis bald, Beverly.

Quellen: Ingwerblüte von Gertrud K.; Ingwerknolle von rooruu - beide via Flickr. Mehr zu Ingwer und seinen Wirkungen bei der ServiceZeit vom WDR.



technorati tags:    Ingwer    Erkältung    Gewürze

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