Küche :: Brot, Brötchen, Steine
Ehrlich gesagt, bisher gab es für mich noch keinen wirklichen Grund, mir so ein platzraubendes Brotkastenungetüm in meine zumeist schmalen Küchen zu stellen. Aber als ich dieses Teil sah, kam ich das erste Mal ins Rotieren: wo könnte das Ding hinpassen?Nicht dass ich wirklich glaube, ich sollte mein Brot wochenlang aufbewahren müssen. Ich gehe lieber jeden zweiten Tag zum Bäcker. Aber dieses abgespacte Teil ist allein aus ästhetischen Gründen einen platzschaffenden Gedanken wert.
Unabhängig davon ist das natürlich auch ein Aufhänger. Nämlich, wie halten wir es für gewöhnlich mit der Frische unserer Backwaren. Ich muss sagen, das meiste Brot, dass ich in der Schweiz kaufen kann, ist schon nach wenigen Tagen hart wie Stein. Heute soll es ein paar Sätze dazu geben, wie man dem begegnen kann.
Die Haltbarkeit von Brot hängt wohl auf jeden Fall von seinem Anteil an Roggen ab. Je mehr Roggen, desto länger haltbar - ist zumindest meine Erfahrung. Sauerteigbrote - meine persönlichen Lieblinge - halten sich besonders lange. Die einfachste Klassifizierung von Brot sieht so aus:
Roggenbrot ............. mind. 90% Roggenmehl
Roggenmischbrot ..... mehr als 50% Roggenmehl
Weizenmischbrot ..... mehr als 50% Weizenmehl
Weizenbrot ............. mind. 90% Weizenmehl
Tipp Nummer 1: Brot muss, um überhaupt haltbar zu bleiben, trocken und nicht zu warm gelagert werden.
2. Tipp: Um das Schimmeln trotz Brotkasten zu erschweren, wischt man den Brotkorb (o. ä.) einfach eimmal in der Woche mit einem Essiglappen aus. Schön austrocknen lassen und Klappe wieder zu. Der Tipp ist von meiner Grossmutter. Selbige hat es übrigens vermieden, Schwarz- und Weissbrot im selben Brotkasten aufzubewahren. Aber das Thema ist ja in der Schweiz so gut wie vermeidbar. *g*
Auf einer sehr lehrreichen Brotseite habe ich noch einiges mehr zum Thema gefunden, z. B. dass runde Brotlaibe länger frisch bleiben als längliche. Dass man Brot nicht in den Kühlschrank legen sollte, und wenn doch, dann richtig ins Gefrierfach. Oder warum Holzbrotkästen sich nicht zur Brotaufbewahrung eignen.
Schliesslich habe ich noch zwei Brotkoriositäten in meinem geliebten Schott gefunden.
Brotwasser haben die französischen Militärärzte ihren Patienten verabreicht. Und zwar zur Zeit der napoleonischen Kriege in Europa. Dazu wurde eine Scheibe von geröstetem Brot mit kochendem Wasser übergossen. Dazu wurde etwas Zucker gegeben oder Fruchsaft gegeben und schon war ein beliebtes Krankengetränk bereitet.
Etwas weniger lecker war die Behandlung von Keuchhusten im 19. Jahrhundert. Um diese verbreitete Krankheit zu behandeln, musste schimmliges (!) Brot her. Dazu wurde ein Stück Backware im Garten vergraben. Ein paar Tage genügten dem feuchten Erdreich, um das Ganze schön schimmelig werden zu lassen. Das wurde den Kranken verabreicht. - Mediziner vermuten, dass diese Behandlung eine Vorform des Penezillins gewesen sein könnte. Ich wäre wahrscheinlich bei Androhung der Kur entweder sofort genesen oder gestorben.
Den Brotkasten gibt es übrigens hier.
Einen schönen Tag von mir, die Beverly.
technorati tags: Brot Brötchen Brotkasten








2 Kommentare:
immer wieder faszinierend, diese bebilderung. gratuliere. cofoone
hey danke für den tip mit dem essig :-)
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