16 April, 2006

Gadgets :: Mobiles Grillen und mit Geschmack

Heute ist Ostersonnstag - und eigentlich sollte jetzt und jetzt Österliches stattfinden. Mir fällt jedoch nichts Festliches ein und da ich meine religiösen oder philosophischen Erkenntniss und Bekenntnisse nicht in diesem Blog veröffentliche, muss ein leichtes Thema her. Was gibt es da unverfänglicheres als die kommende Grillsaison. - Genau! Und weil ich - wie vielleicht schon festgestellt wurde, eine Vorliebe für Sondervorrichtungen und Haushaltsdingsbums vieler Art habe - kommt heute wieder die Rubrik Gadgets zum Einsatz. Zum Thema Grillen oder Grillieren, wie das ja auf anständigem Schwyzerdütsch heisst.
Gefunden habe ich einen Grill, der sowohl
minimalistischen Puristen als auch funktionalen Ästheten zusagen sollte. Das soll heissen, in seinem Äusseren ansprechend, was man ja nicht von jedem Grill sagen kann. Ich memoriere hier stellvertretend kurz die unverrückbaren in Stein gemauerte Gartenversionen, oder die kugelförmigen Teile, die mehr an einen überdimensionierten Aschenbecher aus öffentlichen Gebäuden der 70er und 80er gemahnt oder schliesslich diese hässlichen Elktroteile, bei denen ich immer skeptisch bleibe, ob das Brät auch richtig durch ist. Alles vergessen. Jetzt beginnt ein neues Zeitalter minimalsten Grillierens. Alles was wir brauchen ist ein über ein offenes Feuer montiertbarer Rost. Und genau das, nicht mehr und nicht weinger kommt mit dem Grilliput in die nächste BBQ-Saison. Vielmehr muss man zu dieser leicht verständlichen Ausführung eines klappbaren Grills nicht mehr sagen. Ausser: ich hoffe, das Aufstellen geht so leicht von der Hand, wie das Teil unverschnörkelt daherkommt.
Das Ding kann eigentlich überall in der Schweiz käuflich erworben werden, nur in Zürich nicht. Deshalb kommt hier der Hinweis für den Online-Handel.

Einen schönen Ostersonntag allen Besuchern hier, Beverly.



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15 April, 2006

Haushalt :: Vielversprechende Namen fürs Übertreiben

Über Weissagungstechniken und ihre kryptischen Bezeichnungen hatte ich ja schon ein Wort verloren (da). Heute - zwischen des festlichen Tagen - möchte ich mich ganz unverfänglich den Bezeichnungen für's psychologisch Grobe widmen: den Manien und ihre nur schwer memorierbaren Bezeichnungen. Ich habe diese kleine Auswahl meinem aktuellen Lieblingsnachschlagewerk entnommen - dem Sammelsurium von Schott, kann man hier käuflich erwerben.
Wenn ich mir die Sachen so ansehe, bin ich immer wieder erstaunt, was es so alles gibt. *g*

Arithmomanie ................. Manie zum Zählen
Ballettomanie .................. zum Ballett
Chäromanie .................... zum Lachen
Dromomanie ................... planloses Weglaufen ...................... mehr
Egomanie ....................... Selbstezogenheit
Erotomanie ..................... Liebeswahn ................................... mehr
Flagellomanie .................. zum Peitschen; Schlagen
Gamomanie .................... zu Eheschliessungen bzw. Heiratsanträgen
Hexametromanie ............. zum Schreiben von Hexametern
Kleptomanie .................... die Manie zum Diebstahl ................. mehr
Lypemanie ...................... zur Traurigkeit
Mythomanie ..................... zum Lügen
Nosomanie ...................... Einbildung einer Krankheit
Oniomanie ....................... zum Kaufen (Auweia!)
Onomatomanie ................ Aussprechen meist obszöner Wörter
Phonomanie .................... zum Mord
Polkamanie ..................... zum Polka tanzen
Potomanie ...................... zum Trinken
Pyromanie ...................... zum Feuer und Feuerlegen ............... mehr
Rinkomanie ..................... zum Rollschuhlaufen (?)
Sitiomanie ....................... zum Essen
Tomomanie ..................... Manie zum Operieren
Tulpenmanie .................... Tulpenwahn (Holland des 17.Jh.) ...... mehr
Whitmanie ....................... Manie zu Walt Whitman

Seltsam - manche kennt man ja - eher weniger - aber manche Sachen habe ich noch nie gehört und ich frage mich, ob uns der Autor da nicht den einen oder anderen Bären aufband?!? -

Einen schönen Samstag und viel Spass morgen beim Osternestersuchen *g*, Beverly.


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14 April, 2006

Küche :: Kleine Mogeleien beim Fasten

Fasten ist ganz offensichtlich eine physische Herausforderung. Das ist nicht nur in Zeiten kulinarischen Überflusses so, sondern war auch in den etwas mageren vergangenen Jahrhunderte schon der Fall. Menschen fühlten sich immer wieder herausgefordert, das Gebot der physischen Reinigung zwar nicht zu übertreten aber doch elegant zu umgehen. Da der Fleischgenuss zur spirituellen Reinigung streng verboten war, wurde in der Fastenzeit auf Fisch umgestellt. Es ist interessant, was alles als Fisch deklariert wurde.
Vor allem Mönche als Lebensmittelproduzenten und Historiker haben lebhafte Zeugnisse davon hinterlassen.

Zum Beispiel der gemeine Biber. Als fischähnliches Wassertier landete er in der Fastenzeit als Delikatesse auf den Tischen findiger Klosterbrüder.
Manche versuchten gar Enten als eine "Art Fische" zu deklarieren. Hier aber wurde vom Klerus Einhalt geboten und der Genuss eines zünftigen Entenbraten galt letzlich doch als sündhafte Verfehlung des Fastengebotes.

Aus dem Schwabenland wird berichtet, dass dort eine segensreiche Regel galt. Fleisch, das man nicht sah, existierte auch nicht. Die berühmten Maultaschen haben dort das Problem fleisch- sprich glanzloser Mahlzeiten gelöst.

Neben dem Verzicht auf Fleisch stand ebenfalls der Verzicht auf Alkoholisches zu Gebote. Bier war anscheinend Grundnahrungsmittel in den Klöstern. Sich in der Fastenzeit davon zu trennen, schien unmöglich. Es wurde auf zweierlei Weise umgangen. Das Verbot.
Das Kloster Andechs überliefert uns vom Frater Brauer, er habe in der Fastenzeit statt wie gewöhnlich täglich 18 Maß Bier nur zehn Maß Gerstensaft getrunken. Die Rechtfertigung für das Übertreten des Gebotes geht so: "Liquida non frangunt ieunum", zu deutsch: Flüssiges bricht Fasten nicht. Man erklärte kurzerhand: Flüssiges sei aus dem Verbotskatalog auszuschliessen und eins, zwei, drei konnte sich ungestört dem Genusse zugewandt werden.

Diese Regel wurde jedoch nicht von diesem Österreicher erfunden. Jene Ausnahme für Flüssiges aus dem Fastenkatalog geht angeblich auf eine päpstliche Bulle zurück. Und die wurde wegen eines anderes Getränkes notwendig. Mitte des 16. Jahrhunderts nämlich wurde die Schokolade aus der "Kolonie" Mexiko nach Spanien importiert. Das neue Modegetränk hatte solch durchschlagenden Erfolg bei den Madrilenen, dass die halbe Stadt der Sünde anheimzufallen drohte, wenn nicht für Schokolade eine Ausnahme gefunden worden wäre.

Der Passauer Domherr gewährte armen Leuten zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag täglich ein Maß Freibier. - Soviel zum Vorurteil, die Kirche hätte die Armen geschröpft. Zur Beruhigung eventuell besorgter Seelen lieferte der der Kleriker noch diesen Spruch: "Das Wasser gibt dem Ochsen Kraft, dem Menschen Bier und Rebensaft. Drum danke Gott als guter Christ, dass du kein Ochs geworden bist."

Übrigens erfanden findige Mönche ausgerechnet zur Fastenzeit das süffige Starkbier. Denn das erlaubte "Fastenbier" war nicht etwa eine verdünnte Variante sondern ein extra stark gebrautes Hefegetränk!

Nun ist das Fasten ja vorbei und ich wünsche allen, die sich an die religiösen Vorschriften gehalten haben, einen wohlbekömmlichen Einstieg in die Zeit der eiweishaltige Ernährung und geistigen Getränke, Beverly. *g*

Einiges habe ich in der Kleinen Zeitung gefunden; die Mönche sind von Weihenstephan, der Biber aus dem Kinderlexikon, die Maultaschen samt Rezept in Marions Kochbuch.



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13 April, 2006

Küche :: Übelriechendes Nationalgericht

Unsere nord-nord- nordischen Nachbarn - ich spreche von den Schweden - verfügen über eine Delikatesse, die nur sie selbst verstehen und alle anderen kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen: der sour herring, der solange in einer Dose vergären muss, bis er erbärmlich stinkt. Wie bei Delikatessen üblich, kommt er dann nicht auf den Kompost, sondern bei den Schweden auf den Teller. Das Gericht heisst Surströmming - von sur, was auf schwedisch soviel wie sauer bedeutet.
Die offizielle Bezeichnung von Surströmming ist fermentierter baltischer Hering. Der Genuss dieses Kulinariums ist sehr esoterisch. In seinem Heimatland kann man ihn in Dosen kaufen. Wer selbige öffnet, den trifft der hundserbärmlichste aller Gestänker.

Kleine fangfrische Ostseeheringe werden in Holzfässern eingesalzen und mit Innerein (!) vergoren (erstes
Kopfschütteln).
Nach ca. 48 Stunden werden die Innereien und die Köpfe der Tiere entfernt. Jetzt kommen sie in zylindrische Konservendosen. Diese werden nunmehr voll 8-12 Wochen (Uiii!!) der sommerlichen Hitze ausgesetzt. Vornehm heisst sowas: sie gären nach - etwas bildlicher würde ich sagen - die Dinger rotten gemütlich vor sich hin. Die dabei unvermeidlich entstehenden Gase beulen die Dosen ordentlich rund aus. (Bei der Vorstellung, was da so vor sich hin wird kommt mich ein deutlich vernehmliches
Würgen an.)

Nach offizieller Aussage der mittelalterlichen Gesetzgebung zur Herstellung dieses sommerlichen Mittagessens riecht das Zeug jetzt schlecht, sehr schlecht. Das muss auch so sein. Denn nur so auf diese stinkende Weise wird Surströmming zu der Delikatesse, die es bei einer nicht zu vernachlässigenden Minderheit in Schweden ist. Diese Gesetzgebung regelt darüberhinaus auch, dass der Fisch an einem einzigen Tag im Jahr verkauft werden darf - am dritten Donnerstag im August. Dann nämlich wird das schwerverständliche Gericht traditionell mit Knäckebrot und Pellkartoffeln gereicht. A
usreichende Mengen an Bier, Aquavit und Wodka runden die Sache ab. Ich habe im übrigen nicht herausbekommen, ob die geistigen Getränke vor oder nach dem Verzehr nötig sind.

Um zu dokumentieren, dass ich hier nix vom Himmel herunterübertreibe, gibt es einen kuriosen aber durchaus glaubhaften Nachweis für die Geruchsexplosion beim Verzehren des vergammelten Herings.
Es liegt ein legendär gewordenes Urteil des Landgerichts Köln aus dem Jahr 1984 vor. Zu Weihnachten 1981 verteilte eine Mieterin im Treppenhaus Surströmmingstunke. Ihr wurde fristlos gekündigt. Das Gericht bestätigte die Kündigung, nachdem in der mündlichen Verhandlung eine Dose Surströmming geöffnet wurde (LG Köln v. 12. Januar 1984 — 1 S 171/83, WM 1984, Seite 55.)

Noch mehr zum Thema und anderen stinkenden Fischgerichten wie nicht anders zu erwarten bei Wikipedia. Denn es gibt ja noch Funazushi (japanischer, 4 Jahre fermentierter Fisch) oder Gammelrochen und
Hákarl aus Island - die letzten beiden sind Fische, die keine Harnblase besitzen. Da geht dann alles schön ins Fleisch - aber eben... Man sagt, diese Gerichte seien nur was für richtig mutige Hobbyköche.

Guten Appetit, Beverly.

Foto oben von Marienna via Flickr.



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12 April, 2006

Gadgets :: Einfallsreiche Zimmerbeleuchtung

Auf der Suche nach originellen Haushaltsgegenständen bin ich heute auf die Tramp Lamps gestossen. Da sage einer noch, Beleuchtung sei Nebensache.
Die Teilchen gibt es in Mieder, Dessous und für etwas sorgsamen Eltern gibt es diese Dinge auch mit Bademode.
Nun sind diese Schmuckstücke anscheinend und vorrangig für die testosterongesteuerte Fraktion ein besonderer Augenschmaus. Vielleicht ja auch nicht. Ich frage mich trotzdem, ob es für uns Frauen ähnliche Beleuchtungskörper gibt und wenn ja, wie ich mir die anheimelnd vorzustellen habe.

Schönen Abend später noch, Beverly.

Viele, viele solcher Lampen kann man beim Hersteller angucken.

ps. Habe gerade Antwort auf meine Frage erhalten: es wird auch nach Europa geshippt. *g*



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Kosmetik :: Müde Augen wieder munter

Der Wechsel der Jahreszeiten - vor allem Frühjahr und Herbst - sind für den Körper Hochleistungszeiten. Die berühmten Hautirritationen (wirklich seltsames Wort) tauchen nun besonders stark auf. Desgleichen wirken unsere Augen jetzt müde und etwas angestrengt. Das ist nicht erst seit erhöhter Umweltprobleme so und erst recht nicht dem stundenlangen Sitzen vor einem Monitor geschuldet - auch wenn beides uns zusätzlich zusetzen. Deshalb gab es schon zu Grossmutters Zeiten Tipps, um die Augen wieder leuchtend und frisch wirken zu lassen.
In schöner Happy-Blog-Manier kommen heute wieder ein paar Ratschläge aus der Zeit der dicken Zöpfe - aber ich kann versichern, sie sind noch immer wirksam.

Als erstes ein paar kurzfristige Tipps - so für den Ausgehabend, an dem wir eigentlich eher bemitleidenswert denn für die welt-da-draussen-gemacht aussehen.

1. Zwei Wattebäusche ins Tiefkühlfach, schön eishart werden lassen. Die Augen schliessen, Watte drauf und ca. 5 Minuten ruhen, und schon sehen sie gleich wieder frisch aus.

2. Wattekompressen können auch in lauwarme Milch getaucht und dann für ca. zehn Minuten auf die geschlossenen Lider gelegt werden.

3. Damit die Augen innerhalb nur weniger Minuten wieder mit dem Strahlen anfangen, lege man sich einen kleinen Gazebeutel mit gekochter Kamille 10 Minuten auf die geschlossenen Augen. Meine Mutter sagte, dass Kamillenteebeutel die gleiche Wirkung erzielten. Kurz mit heissem Wasser übergiessen und dann abkühlen lassen. Der Rest ist identisch der Gazebeutelvariante.
Diese Kur hilft ansonsten auch gegen entzündete und gerötete Augen, wie sie die langanhaltende Monitorarbeit gern abends für uns bereit hält. Aber Vorsicht! Die Kamillenkur sollte nur kurzfristig angewandt werden, da sie sonst die Augen auch reizen könnte.
Zur umfangreichen Anwendung dieser Alleskönnerin siehe einen früheren Beitrag.

Langfristige Kuren sind vorrangig der Faltenfrage und den unschönen Augenringen vorbehalten. Aber auch hier hat Oma ausserordentlich wirkungsvolle Kosmetiktipps gesammelt.

4. Die berühmten Gurkenscheiben auf den Augen und ein paar Minuten ruhen. Bei längerer Anwendung erhalten die Augen nicht nur ein strahlendes Aussehen, auch die Augenfältchen werden damit auf einfache und natürliche Weise zurückgehalten. Gurkescheiben sind vor allem angeraten, wenn sich Augenringe als hartnäckig herausstellen oder wer schnell zu selbigen neigt. Da haben die Gurken gegenüber der Kamille den Vorteil, dass sie die Augen nicht reizen, wenn sie öfter behandelt werden.

5. Ebenfalls für eine längere Behandlung eignet sich Kaffee in Kombination mit Hautcreme. Die möglichst neutrale Creme und einen Esslöffel Kaffee miteinander vermischen und um die geschlossenen Augem herum auftragen. Nach ungefähr 15 Minuten mit warem Wasser spülen. Zum Schluss die Haut mit kühlem Wasser kurz abspühlen.

Neben kurzzeitiger Überanstrengung sind Tränensäcke Ausdruck einer Mangelerscheinung - nämlich von Vitamin B2. Reichlich Karotten, Milch oder Zitrusfrüchte werden auf lange Sicht Linderung fürs Selbstbewusstsein verschaffen. *g*
Grundsätzlich sollten Gesichtsmasken nur dann auch in der Augenumgebung aufgetragen werden, wenn sie nicht straffend sind. Ansonsten muss die Augenpartie unbedingt frei bleiben.

Einen schönen Tag von mir und bis morgen in diesem Theater, Beverly.

Bildquellen: Das Auge von Mareen Fischinger und die Gurkenscheiben von flikr via Flickr.




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11 April, 2006

Gadget :: Kitchen computer von Anno-Dutt


Habe mal wieder in meiner Bilderkiste gekramt und dieses Schätzchen hier ausgegraben - einen ersten Küchencomputer - Honeywell 316 Pedestal. Neiman Marcus und Honeywell haben dieses schmucke Ding 1969 (!) entworfen. Die Werbung seinerzeit gab vor, Hausfrauen könnten damit hervorragend ihre Rezepte organisieren (es waren sogar schon welche gespeichert) und das Haushaltsbuch effizienter führen.
Von Tastatur war der überdimensionale Taschenrechner allerdings weit entfernt. Ein paar Knöpfchen und Schalter - das war's.

Mehr zur Geschichte dieses Prachtstückes bei old-computers.com.

Bis später, Beverly.



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10 April, 2006

Küche :: Powerknolle Ingwer

Anlässlich des Aprilwetters mit all seinen Begleiterscheinungen komme ich nochmal auf ein eigentlich typisches Winterthema zurück. Kalte Füsse, verschnupfte Gliedmassen oder richtig ordinäre Erkältungen machen die süsse Vorfreude auf Frühlingsgefühle oder gar sommerliche Erwartungen brutal zu nichte. Stattdessen verstellen uns Berge von Papiertaschentüchern oder Bettdeckenzipfel die Aussicht auf fröhliche Tage.
Ingwer soll heute mein Stichwort sein. Ein schmackhafte Powerknolle, die in anderen Breitengraden auch noch das Auge erfreut.
Bei uns ist sie eher als schärfendes Gewürz für kulinarische Erlebnisse bekannt, in der Hauptsache als unerlässliche Zutat zu japanischen Rohfischgaumenfreuden. Ich geniesse Ingwer zudem als Schokoladenfüllung. Lecker - die Kombination aus Bitterschokoloade und Ingwer kann kaum getoppt werden, wenn man diesen schwer zu beschreibenden Ingwergeschmack mag - irgendwie so seltsam zwischen Holz und Zitrone.

Ingwer hat eine wärmende Wirkung und ist deshalb so gut geeignet, Verkrampfungen im Magen- und Darmtrakt zu lösen. Das ist einer der Gründe, warum er so häufig in der asiatischen Küche zum Einsatz kommt. In China hat die Knolle einen festen Platz in der Heilkunde. Dort kommt er ebenfalls erfolgreich gegen Migräne zum Einsatz.

Das sie auch ein exzellentes Hausmittel gegen alles ist, wo man Erkältung drauf schreiben könnte, ist schon weniger bekannt. Vorzüglich und prophilaktisch lässt sich Ingwer als Tee geniessen. Einfach pro Tasse ein paar Scheiben frisch von der Wurzel abschneiden und kochendes Wasser drauf. Nach ca. 15 Minuten steht ein würziges Heissgetränk zur Verfügung. Ich persönliche süsse mit etwas Honig nach.
Gleichfalls sehr angenehm ist ein Ingwerbad, wenn man draussen von Kälte und Nässe überrascht wurde. Neben dem heissen Wasser erhöht Ingwer das Wohlgefühl spürbar. Und gleich anschliessend eine heisse Ingwermilch trinken - um einer möglichen Erkältung vorzubeugen. Dazu wird ein viertel Liter heiße Milch mit etwas Ingwerpaste und etwas Honig versetzt. Das ganze sollte dann so heiß wie möglich getrunken werden.

Sehr interessant ist die extreme Wirksamkeit von Ingwer bei Übelkeit, vornehmlich bei sogenannter Reisekrankheit. Wer zu den Unglücklichen zählt, denen Auto- oder Schiffsreisen so richtig auf den Magen schlagen - sollte sich künftig mit Ingwerstäbchen auf die Reise machen. Schon nach wenigen Minuten vergeht die Übelkeit.
Gleiche durchschlagende Wirkung hat diese Knolle, wenn sie während und nach dem übermässigen Genusse geistiger Getränke konsumiert wird. Die fast unausweichlichen Nachwirkungen - im Volksmund gern als Kater umschrieben - bleiben mit hoher Wahrscheinlichkeit aus (bis zu einer gewissen Promillegrenze, versteht sich - alles darüber hinaus ist eh mit nichts mehr zu bekämpfen).

Das Ingwer auf angenehme Weise Kochgerüche neutralisiert, hatte ich hier ja bereits erwähnt.

So - der wechselhafte April kann uns auf diese schon gar nichts mehr anhaben. Bis bald, Beverly.

Quellen: Ingwerblüte von Gertrud K.; Ingwerknolle von rooruu - beide via Flickr. Mehr zu Ingwer und seinen Wirkungen bei der ServiceZeit vom WDR.



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07 April, 2006

Küche :: Zeiten, in denen nix oder wenig gegessen wird

Heute gebe ich mal einige tradierte Kenntnisse über Fastenzeiten weiter. In Zeiten um Ostern herum bietet sich das förmlich an. Ich habe noch mal in meinen religionswissenschaftlichen Nachschlagewerken geblättert und gebe hier das Gefundene zum Besten. Kürzlich erst wurde bei So oder anders ja die Frage nach dem Fasten diskutiert - ohne nennenswerten Erfolg, wie ich meine. *gg*

Also hier die wichtigen Fastenzeiten der grossen kulturellen bzw. religiösen Einheiten.

Für die Katholische Kirche heisst Fasten - so mal grundsätzlich - kein Fleisch und nur eine grosse Mahlzeit am Tag, also nix von keinem Alkohol oder Verzicht auf derlei Genüsse. Sie schreibt ihren Gläubigen konkrete Fastentage vor: Aschermittwoch und Karfreitag. Ansonsten anempfiehlt sie guten Katholiken zwei Fastensaisons. die Adventszeit (also vor dem grossen Fressen an den Feiertagen) und gleichfalls vor dem Osterlamm. Die österliche Busszeit meint genauestens genommen von Aschermittwoch bis zur Nacht vor Ostern zu fasten. Die Sonntage sind interessanterweise von dieser Empfehlung ausgenommen. Also einmal pro Woche kann guten Gewissens zugeschlagen werden - kalorientechnisch gesehen. Zudem hat sich für viele Katholiken die Regel noch immer gehalten, generell freitags auf den Konsum von Fleisch zu verzichten - da ist der Freitag immer noch der Tag, der dem Fischhändler seine Einnahmen sichert.


Die religiösen Ahnen der Christen haben gleichfalls Fastentage. Der Sache nach liegen die beiden Religionsgemeinschaften doch beträchtlich auseinander, nicht nur was die höchsten Fastentage betrifft. Strengster Tag für die Verweigerung genüsslicher Nahrungsaufnahme ist der Versöhnungstag, der Schabath der Schabathe: Jom Kippur. Er ist der Höhepunkt einer gleichfalls 40 Tage währenden Zeit der Trauer, der Besinnung und der Busse im Juli/August. Bereits 10 Tage vor Jom Kippur wird mit dem jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana dieser Höhepunkt eingeläutet. Fünf Tage nach dem Jom Kippur beginnt dann das berühmte Laubhüttenfest - dem christlichen Erntedankfest vergleichbar. Da werden dann die beim Fasten verlorenen Pfunde wieder eingefahren - sieben Tage lang!
Für praktizierende Juden werden regelmässige Fastentage empfohlen. Das sind insbesondere das Fasten am Vorabend den monatlichen Neumondes, am eigenen (!) Hochzeitstag und am Todestag der Eltern. Fasten ist im jüdischen Leben keineswegs nur Fleisch weglassen. An Fastentagen wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder gegessen noch getrunken. Des nächtens wird dann durchaus in Massen Nahrung aufgenommen werden. Am höchsten Fastentag wird sich jeglicher Zufuhr von irgendwas komplett enhalten. So ist das bei strenggläubigen Juden.

Unsere islamischen Nachbaren fasten ebenfalls ausgiebig und streng einen ganzen Monat lang - Ramadan heisst der Fastenmonat und ist der neunte in der islamischen Zeitrechnung. Es ist unter Tags weder Wasser noch Nahrung gestattet. Nach Sonnenuntergang kann lustig und vor allem in Gesellschaft gespachtelt werden. Moslems ist während des Fastens auch das Rauchen und jegliche sexuelle Betätigung untersagt.

So richtig ab mit dem Fasten geht es bei den orthodoxen Christen. Da werden westliche Glaubensgeschwister immer wieder mal froh sein, dass die römische Kurie diesbezüglich keiner Annäherungsbedürfnisse zeigt. Die meiste Zeit ist der Konsum von tierischen Produkte untersagt. Wein und Öl sind ebenfalls verboten. Stattdessen wird die Zeit mit intensivem Gebet verbracht. Und die ganze Prozedur gibt es gleich viermal im Jahr: 50 Tage vor Ostern - strenges Fasten! Etwas leichter können es die Gläubigen in Fastenperiode Zwei nehmen - vom ersten Sonntag nach Pfingsten bis zum 29. Mai. Mittelschweres Fasten gibt es dann wieder in der Mariä-Entschlafung-Fastenzeit - vom 1.-14. August (mitten in den Schulferien sozusagen). Der letzte Ritt durch die Zeit der Enthaltsamkeit läutet dann die Weihnachtszeit ein. Ab 15. November beginnen drei Wochen leichtes Fasten und danach kommen noch drei Wochen mittleres Fasten. Ab 24. Dezember ist Schlemmerzeit angesagt.
Zusätzlich zu den Fastenmonaten werden orthodoxe Christen an jedem Mittwoch und Freitag dazu angehalten zu fasten. Lediglich unmittelbar nach Weihnachten und Ostern dürfen auch an diesen Tage die Tische vollgepackt werden. Nun denn, lustig bzw. verschwenderisch scheint das Leben als griechische oder russische Strenggläubige nicht zu sein.

Übrigens und wenn ich schon bei den Symbolen hier bin: Farben werden ja gern symbolisch aufgeladen . Wenn sie dies in religiösem Kontext tun, bedeuten sie zumeist dies:

Weiss:
symbolisiert Licht, bedeutet Reinheit und ist Metapher für Ehre und Ruhm Gottes
Rot: Symbol für Blut und Feuer; steht ebenfalls für Barmherzigkeit
Blau: Symbol des göttlichen Himmels; steht für Treue
Grün: symbolisiert meist die Natur und steht für Hoffnung und ewiges Leben aka Unsterblichkeit
Purpur:
bezeichnet gern Reue und symbolisiert das Leiden
Schwarz: fast universal symbolisiert es den Tod bzw. das irdische Ende

in diesem Sinne wünsche ich allen Lesern noch recht erfreuliche Tage, trotz aller möglichen Enthaltsamkeiten. ;)
Beverly



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06 April, 2006

Feiern :: Ostereier mit Zwiebelschalen färben

Gestern hat ja Christa davon gesprochen, dass Basteln für die Osterzeit angesagt ist. Das Färben selbst aber wurde in seiner einfachen Ausführung durchgeführt. Na holla, dachte ich mir, das möchte ich doch jetzt genauer wissen. Hinzu kommt, dass ich bisher in meinem Leben solch aufwändigen Färbeaktionen unterlassen hatte.
Was für eine Gelegenheit, das Herz meiner Mutter zu erfreuen. Die kommt Ostern nämlich zu Besuch und würde vor Dankbarkeit ob der doch noch besser geratenen Tochter die Hände gen Himmel heben. - Kurz gesagt: ich möchte ihr eine Freude machen.
Da fand ich heute den passenden Hinweis, wie so heitere Frühstückseier in landesüblicher (will sagen eidgenössischer) Manier präpariert werden. Schön Schritt für Schritt erklärt und ich gebe zu: sieht super-einfach aus.
Für alle jene, welche unter gleicher Unkenntnis leiden, gebe ich hiermit den hilfreichen Link weiter. Ist zwar Englisch, aber doch leicht verständlich und die Bilder sind fast selbsterklärend.


Viel Spass beim Wickeln, Beverly.



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05 April, 2006

Wunder :: Paris Hilton als Mutter Teresa

Diese Meldung ist einfach zu gut, um ignoriert zu werden. Auch wenn das inhaltlich nicht so richtig hierher passt: ich kann nicht widerstehen.
Ein indischer Regisseur erwägt ernsthaft, Paris Hilton - ja, dieses blonde Blinkeding, dass so dämlich rüberkommt, dass es wehtut - und ich immer voll des Mitleids bin gegenüber all meinen blonden Bekannten, Familienmitgliedern und Freundninnen selbstverständlich. - Aber egal, im Filmgeschäft muss man ja nicht nicht blöd sein, eher im Gegenteil.
Also dieses Paris-Hilton-Liebchen soll ausgerechnet Mutter Teresa spielen. Eben jene, die in Indien so viel Aufhebens um ihre selbstlose Hilfeleistungen machte, dass da jetzt eine Lebensverfilmung ansteht. - Vielleicht muss man ja in Bollywood als Regisseur nicht viel schlauer als die Hauptdarstellerinnen sein.
Ach ja - zu dieser Ehre kommt Miss Hilton, weil sie nach Auswertung einer Computeranalyse der Mutter am ähnlichsten sieht. Darauf muss man erstmal kommen.

Beverly aus einem eingeschneiten Höngg (na fast).

(via Yahoo News)

Wäsche :: Whirlpool für die Robe

Sachen gibts, die gibt's gar nicht oder hat eigentlich niemand gebraucht. Oder: Stellt euch vor, es steht mal wieder ein Überraschungsbesuch von Kollegen oder dem Chef der besseren Hälfte an. Kommt so ungefähr 2x im Leben vor oder in französischen Problemfilmen. Sollte selbiges Ereignis eben doch anstehen - braucht wegen der Garderobe keine Panik mehr auszubrechen. Dafür haben wir jetzt den Whirlpool für die besten Klamotten.
Verknitterte, leicht muffige Smokings oder das kurze Schwarze werden einfach in die Belüftungskammer gehängt. Ein paar Minuten whirlen und schon kommen die best duftenden und anständigst faltenlosen Abendkleider heraus. Feine Sache das.
In Hochform läuft das Ding sicher auf, wenn jeden Abend der verlutschte Anzug reingehängt wird. Aus der Bedienungsanleitung war leider nicht ersichtlich, ob neben den der Frischluftzufuhr gegen die Körpergerüche auch reinigende Features
gegen den Rest zum Einsatz kommen - Schmutz oder Speisereste zum Beispiel. Dann nämlich liesse sich so ein Whirlpool Prêt-à-porter grundsätzlich als Alternative zur Reinigung denken.
Ach ja, mitnehmen kann man das Teilchen auch. Damit auch im Urlaub immer alles adrett sitzt. So geknitterte Sommer-Abschlussfest-Anziehsachen verraten künftig nur noch uninspirierten Gadget-Ignoranten.

Bis später, Beverly.

ps. Ich bereite gerade meinen Umzug innerhalb der Stadt vor, weshalb es hier zur Zeit weniger Tipps und Tricks und Kniffs und überhaupt interessante Sachen gibt.

Gefunden wurde das auf Popgadget.



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